Als Moralphilosoph war Adam Smith, der Gründer der klassischen Ökonomie, schon von seiner Berufsbezeichnung her ein Geisteswissenschaftler. Das Selbstverständnis der Ökonomik hat sich seitdem in eine andere Richtung entwickelt: „more geometrico“ wurde als Ideal angesehen und in der Gegenwart scheint der geistes-, gesellschafts- und geschichtswissenschaftliche Hintergrund kaum mehr präsent zu sein. Dem stellt sich die „Sozioökonomie“ entgegen.

Historische Entwicklungslinien und gesellschaftliche Rahmenbedingungen sind für ökonomische Institutionen, Strukturen und Prozesse in gleicher Weise bedeutsam. Unsere Tagung widmet sich daher der Frage, wie der Gegenstandsbereich Wirtschaft geschichts- und sozialwissenschaftlich betrachtet werden kann.