CfP I 3. Jahrestagung GSÖBW (21./22.2.2019)

in Duisburg-Essen & 3. Themenband (Reihe Sozioökonomische Bildung und Wissenschaft I Springer VS)

Call for Papers für Tagung & Themenband

GRENZEN ÜBERSCHREITEN, PLURALISMUS WAGEN. PERSPEKTIVEN SOZIOÖKONOMISCHER HOCHSCHULLEHRE

3. Jahrestagung GSÖBW (21./22.2.2019 | Universität Duisburg-Essen) & 3. Themenband (Reihe Sozioökonomische Bildung und Wissenschaft | Springer VS)

Die ökonomische Lehre in Hochschulen verändert sich: Wo bis vor kurzem noch eine Monokultur zu dominieren schien, sprießen nun an verschiedenen Stellen Inseln der Diversität. Einerseits hat sich eine Bewegung von Studierenden und Wissenschaftler(inne)n die Förderung intradisziplinärer Vielfalt in der VWL zur Aufgabe gemacht (Plurale Ökonomik). Andererseits wird schon seit längerer Zeit auf dem traditionsreichen Feld der Sozioökonomie eine interdisziplinäre Wirtschaftslehre und -forschung gepflegt, die sich immer schon einer Vielfalt der Perspektiven, Theorien und Methoden verpflichtet sah. Verschiedene Strömungen etwa der Wirtschaftssoziologie und der Politischen Ökonomie verstehen sich – ähnlich wie heterodoxe wirtschaftswissenschaftliche Denktraditionen – explizit als Ergänzungen bzw. sogar als Gegenentwürfe zur Orthodoxie der Wirtschaftswissenschaften. Eine besondere Bedeutung kommt außerdem dem Ökosystem der sozialwissenschaftlichen Bildung in Schulen zu, in dem disziplinübergreifende Herangehensweise den Versuchen der Disziplinierung weitestgehend trotzen konnten. Ungeachtet aller Gemeinsamkeiten bleibt das Verhältnis dieser verschiedenen Herangehensweisen allerdings bisweilen vage. Gerade in der Hochschullehre können un-terschiedliche Fachkulturen mit divergierenden Fachsprachen, Vorstellungen guter Lehrpraxis und einem spezifischen Fachkanon – bisweilen auch konflikthaft – aufeinandertreffen.

Vor dem Hintergrund dieser Entwicklungen will die Tagung das Verhältnis von Pluraler Ökonomik und Sozioökonomie in den Vordergrund stellen – insbesondere im Bereich der Hochschullehre. Dabei gilt es auszuloten, worin Gemeinsamkeiten und Differenzen bestehen, um über den (Un-)Sinn disziplinärer Grenzen und fachspezifischer Denkweisen zu reflektieren und sich Konzeptionen pluraler wie sozioökonomischer Lehre zu widmen. Dabei sollen aktuelle Versuche der Kultivierung einer vielfältigen Auseinandersetzung mit Wirtschaft in Form neuer Studiengänge oder Lehrmitteln diskutiert werden. Hierbei können normative, wissenschaftstheoretische, fachwissenschaftliche und hochschuldidaktische Grundlagen der Studiengangsentwicklung ebenso diskutiert werden wie konkrete Studiengangskonzepte oder Lehrpraktiken. Ein besonderes Augenmerk kann auch auf integrativ sozialwissenschaftliche Studiengänge sowie auf die Ausbildung von Lehrkräften für die sozialwissenschaftliche Domäne gelegt werden. Für Präsentationen auf der Tagung sowie für Beiträge zum Themenband bieten sich insbesondere folgende Fragestellungen an:

  • In welchem Verhältnis stehen intradisziplinärer Pluralismus und sozioökonomische Transdiziplinarität? Wie lassen sich Gegenstandsbereiche sozioökonomischer Forschung und Lehre definieren?
  • Welche Konzeptionen der Sozioökonomie und der Pluralen Ökonomik und ihrer Lehre an Hochschulen gibt es?
  • Welche Relevanz haben disziplinäre, interdisziplinäre und transdisziplinäre Studiengangsformate für die Arbeit in außeruniversitären Praxisfeldern?
  • Wie sieht die Wechselwirkung zwischen Lehrmedienangebot, Lehrpraxis und Studiengängen aus? Welche neuen Lehrmedien und Lehrpraktiken brauchen neue Studiengänge? Wie können diese entwickelt werden?

Bitte melden Sie eine Präsentation für die Tagung und/oder einen Beitrag zum Themenband in Form eines Abstracts bis spätestens zum 7.9.2018 an (Einzelheiten s.u.). Geben Sie bitte auf Ihrem Abstract an, ob es (a) für die Tagung, (b) für den Themenband oder (c) für Tagung und Themenband vorgesehen ist. Alle Beiträge zum Themenband werden in einem mit der GSÖBW abgestimmten Verfahren doppelt blind begutachtet. Der Themenband erscheint 2019 unter dem Titel „Perspektiven sozioökonomischer Hochschullehre“ als Band Nr. 3 der Buchreihe „Sozioökonomische Bildung und Wissenschaft“ im Verlag Springer VS. Die Reihe wird von Christian Fridrich (Wien), Silja Graupe (Bernkastel-Kues), Reinhold Hedtke (Bielefeld) und Georg Tafner (Graz) im Namen der Gesellschaft für sozioökonomische Bildung und Wissenschaft (GSÖBW) herausgegeben.

Rahmenbedingungen

  • Abstracts sind in deutscher oder englischer Sprache im Umfang von max. 250 Wörtern zu verfassen. Sie enthalten Namen, E-Mail-Adresse, institutionelle Verortung der Autor(inn)en, Arbeitstitel sowie Hinweise auf die Themen-, Problem- und Fragestellung sowie die Zielsetzung, das theoretische Konzept, das methodische Design und auf erwartete Ergebnisse.
  • Abstracts zur Tagung und/oder zum Themenband reichen Sie bitte bis zum 7.9.2018 an folgende Adresse ein: kontakt@soziooekonomie-bildung.eu
  • Die Beiträge zum Themenband sind bis zum 10.1.2019 einzureichen. Sie umfassen max. 55.000 Zeichen (mit Leerzeichen). Grafiken, Tabellen und das Literaturverzeichnis verringern die verfügbare Zeichenzahl entsprechend.